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Ich erinnere mich an unzählige Situationen im Job, in denen Vorgesetzte Mitarbeiter angeschrien oder systematisch fertiggemacht haben. Viele nennen das heute beim Namen: Mobbing im Job. Es bedeutet nicht nur Stress, sondern kann Gesundheit, Karriere und Reputation zerstören.
Nicht einmal, nicht zweimal – sondern so regelmäßig, dass es irgendwann fast schon „normal“ schien.
Doch normal ist daran nichts.
Ich habe es am eigenen Leib erlebt – und ich kenne viele Kolleg:innen, die genau dasselbe berichten. Die Botschaft, die immer mitschwang, war klar:
„Ich bin der Chef. Ihr müsst leiden. Und wenn ihr euch wehrt, seid ihr das Problem.“
Wer so führt, trägt seine eigene Geschichte unbewusst in den Job. Man erkennt den Typ: strenge Eltern, wenig Anerkennung, vielleicht eine Atmosphäre von Angst und Kontrolle.
Das Resultat? Ein Chef, der innerlich das Opfer bleibt – und äußerlich alle anderen dafür bezahlen lässt.
Die Täter-Opfer-Umkehr ist vorprogrammiert:
„Ich habe keine Fehler gemacht, der Mitarbeiter ist böse.“
So entsteht Mobbing am Arbeitsplatz, das nicht nur Vertrauen zerstört, sondern jede Basis für echte Zusammenarbeit untergräbt.
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Auf der anderen Seite gibt es den ganz anderen Typus. Keine Spur von harter Kindheit – im Gegenteil. Ausbildung bezahlt, das erste Netzwerk schon vom Vater geerbt. Und dann? Uni-Abschluss, ein Händedruck – und schon sitzt man im Chefsessel.
Diese Menschen glauben oft, dass die Welt für alle so einfach funktioniert. Ich habe schon oft den Satz gehört:
„Hättest halt was Gescheites lernen sollen.“
Als ob Ausbildung, Netzwerke und Türen, die sich von alleine öffnen, für jeden selbstverständlich wären.
Auch hier gilt: Kompetenz spielt nur eine Nebenrolle. Netzwerke entscheiden über Karriere – und schützen jene, die mobben oder Verantwortung vermeiden.
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Diese Befunde zeigen: Die Basis, mit der jemand ins Berufsleben startet, ist oft schon stark beeinflusst von der Herkunft. Das begünstigt Netzwerke und Beziehungen, die später Türen öffnen – auch in Führungspositionen.
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Der Soziologe Michael Hartmann hat sich mit dem „Mythos der Leistungseliten“ beschäftigt. Er argumentiert: In deutschen Spitzenpositionen sind Personen aus elitären Familien überdurchschnittlich stark vertreten – und das nicht nur, weil sie besonders fähig sind, sondern auch, weil ihre Herkunft Zugänge und Netzwerke mitbringt.
👉 Mehr über Michael Hartmann
Eine Studie „What you know or who you know?“ vergleicht die Wirkung von intellektuellem Kapital und sozialem Kapital (also Netzwerken) bei der Erkennung von Chancen. Ergebnis: Zugang zu Wissen und Netzwerken zusammen erhöht signifikant die Wahrscheinlichkeit, neue Geschäftschancen zu erkennen – also sind Netzwerke ein echter Hebel, nicht nur ein Nebeneffekt.
👉 Zur Studie
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Beide Typen – der verletzte Chef und der „Sohn mit Einfluss“ – zeigen etwas Entscheidendes: Führung hat oft wenig mit Kompetenz zu tun.
Viele Chefs sind nicht deshalb dort, weil sie sich etwas erarbeitet haben, sondern weil Netzwerke sie tragen – Netzwerke, die oft über Generationen hinweg aufgebaut wurden.
Das erklärt auch, warum wir in Unternehmen häufig Menschen in Schlüsselpositionen finden, die weder Empathie noch Führungskompetenz besitzen. Statt echter Führung erleben Mitarbeiter Kontrolle, Manipulation, Angst – und oft massives Mobbing im Job. Netzwerke fungieren als Puffer: Wenn jemand systematisch mobbt, aber gut vernetzt ist, wird er geschützt — weil Beziehungen, Loyalitäten und Machtstrukturen bestehen, die das Fehlverhalten überdecken.
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Toxische Umgebung – oder liegt es an mir? 😔
Für mich war diese Erkenntnis ernüchternd. Ich arbeite gerne, ich liefere gerne gute Ergebnisse. Aber in Systemen, die Mobbing und toxische Führung zulassen, ist das schlicht nicht möglich.
Solange wir nicht verstehen, wie Netzwerke funktionieren, werden wir weiter Chefs erleben, die in Wahrheit keine sind – und Mobbing im Job wird ein Dauerproblem bleiben.
👉 Frage an dich:
Hast du selbst Mobbing im Job erlebt – und wie bist du damit umgegangen?
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