Executive Intelligence. Industrial Risk. Geopolitics.
Strategic Sparring
for Decision-Makers
Risk intelligence across technology, law, markets and power dynamics.

Strategic Risk Intelligence Brief von Global Insight Group.
Diese Analyse basiert auf dem von Michaela Schaaf-Hoffelner entwickelten GFDD Framework™ und wurde für Führungskräfte, Investoren und strategische Entscheider erstellt.
Aktualisiert am: 11. Juli 2026
Schlechte Führungskräfte schädigen Unternehmen nicht nur durch falsche Entscheidungen oder mangelnde Fachkompetenz. Besonders gefährlich sind Manager, die nach außen souverän wirken, innerlich jedoch stark von Status, Kontrolle und Bestätigung abhängig sind.
Solche Führungskräfte können vor allem kompetente und eigenständige Mitarbeiter als Bedrohung erleben. Sie holen weniger kritische Informationen ein, blockieren Verbesserungsvorschläge, entwerten Leistungsträger und umgeben sich zunehmend mit Personen, die ihnen nicht widersprechen.
Für CEOs entsteht daraus ein verdecktes Unternehmensrisiko: Nach oben vermittelt der Manager Stabilität. Nach unten verhindert er genau jene Kompetenz, Eigeninitiative und Problemerkennung, die das Unternehmen im Recruiting teuer eingekauft hat.
Das Problem ist deshalb nicht bloß „schlechte Führung“.
Es ist ein interner Selektionsmechanismus, der dargestellte Stärke belohnt und tatsächliche Leistungsfähigkeit unterdrückt.
Führungspositionen werden nicht ausschließlich nach innerer Stabilität und tatsächlicher Führungskompetenz vergeben. Auswahl- und Beförderungssysteme bevorzugen häufig Menschen, die dominant, selbstsicher, sichtbar und politisch geschickt auftreten.
Genau diese Eigenschaften können jedoch ein grundsätzlich instabiles Selbstwertgefühl verdecken.
Das Ergebnis ist ein gefährliches Führungsparadox: Manche Manager wirken nach außen ausgesprochen souverän, reagieren aber überdurchschnittlich destruktiv, sobald kompetente Mitarbeiter ihre fachliche Überlegenheit, Unabhängigkeit oder Erfahrung sichtbar machen.
Nicht ein kleines Auftreten verrät das schwache Ego. Häufig verrät es sich erst an der Härte, mit der eine Führungskraft andere kleinhalten muss.
Bestimmte Persönlichkeitsmerkmale, die innere Unsicherheit gut überspielen können, erleichtern offenbar den Aufstieg in Führungspositionen. Dort reagieren manche Personen besonders ego-getrieben, sobald ihre Kompetenz, Autorität oder ihr Status infrage gestellt wird.
Für CEOs ist dieses Muster schwer zu erkennen. Denn unsichere Manager verhalten sich gegenüber hierarchisch höhergestellten Personen häufig anders als gegenüber ihren Mitarbeitern.
Nach oben zeigen sie Loyalität, Sicherheit und Kontrolle.
Nach unten erzeugen sie Anpassung, Informationsfilter und Angst.
Genau deshalb können schlechte Führungskräfte jahrelang als vermeintlich stabile Leistungsträger gelten, während operative Kompetenz unter ihnen langsam erodiert.
Menschen werden nicht ausschließlich aufgrund fachlicher Kompetenz zu Führungskräften. Sichtbarkeit, Extraversion, Dominanz, Selbstpräsentation und politisches Geschick beeinflussen ebenfalls, wer als führungsstark wahrgenommen wird.
Eine Metaanalyse zur Entstehung von Führung zeigte, dass insbesondere Extraversion und autoritäre Persönlichkeitsmerkmale vorhersagen können, wer in Gruppen als Führungsperson hervortritt. Das sagt jedoch noch wenig darüber aus, ob diese Person später tatsächlich wirksam führt. Die Studie von Ensari, Riggio, Christian und Carslaw: „Who emerges as a leader?“ unterscheidet damit indirekt zwischen dem Erreichen einer Führungsrolle und der Qualität der späteren Führung.
Genau hier liegt ein möglicher Selektionsfehler:
Sicheres Auftreten wird mit psychischer Sicherheit verwechselt.
Dominanz wird mit Führungskompetenz verwechselt.
Selbstvermarktung wird mit tatsächlicher Leistung verwechselt.
Schnelle Entschlossenheit wird mit guter Urteilskraft verwechselt.
Anpassung nach oben wird mit Loyalität zum Unternehmen verwechselt.
Ein Mensch kann nach außen extrem selbstbewusst erscheinen und gleichzeitig stark darauf angewiesen sein, dass andere seine Überlegenheit bestätigen.
Im Recruiting oder bei einer internen Beförderung wirkt diese Person möglicherweise entschlossen, belastbar und führungsstark. Erst im operativen Alltag zeigt sich, ob sie auch mit Widerspruch, fachlich stärkeren Mitarbeitern und schlechten Nachrichten umgehen kann.
Das ist die entscheidende Prüfung.
Eine stabile Führungskraft muss nicht in jedem Raum die kompetenteste Person sein. Sie kann Spezialwissen anerkennen, Verantwortung teilen und kritische Informationen aufnehmen, ohne ihren Status bedroht zu sehen.
Eine unsichere Führungskraft braucht dagegen häufig sichtbare Überlegenheit. Sie verwechselt Führung mit persönlicher Dominanz und Kooperation mit Kontrollverlust.
Studien zeigen, dass Menschen mit ausgeprägteren grandios-narzisstischen Merkmalen häufiger als Führungspersonen hervortreten.
Eine umfassende Metaanalyse von Grijalva et al. über Narzissmus und Führung kam zu einem besonders relevanten Ergebnis: Narzissmus hing positiv damit zusammen, als Führungskraft hervorzutreten, jedoch nicht generell mit tatsächlicher Führungseffektivität. Ein wesentlicher Teil des Effekts ließ sich durch Extraversion erklären.
Das bedeutet nicht, dass jede extrovertierte oder selbstbewusste Führungskraft narzisstisch ist. Es bedeutet auch nicht, dass jeder Mensch mit narzisstischen Anteilen schlecht führt.
Es zeigt aber ein strukturelles Risiko:
Eigenschaften, die den Zugang zu Führung erleichtern, garantieren noch lange keine gute Führung.
Andere Untersuchungen kommen zu dem Ergebnis, dass grandios-narzisstische Personen organisatorische Machtpositionen nicht zwingend deshalb erreichen, weil sie bessere Leistungen erbringen. Sie können Organisationen stärker als politische Systeme betrachten, sich intensiver mit Macht beschäftigen und eher bereit sein, aggressive Einflussstrategien einzusetzen.
Die Studie „Organizational power and politics: The narcissist’s advantage?“ von O’Reilly und Pfeffer fand einen Zusammenhang zwischen Narzissmus und einer höheren Bereitschaft, härtere politische Taktiken zu verwenden. Die Autoren verweisen zudem darauf, dass narzisstische Personen häufiger Selbstpromotion betreiben, Erfolge für sich beanspruchen und bei fehlender Anerkennung mit Einschüchterung reagieren können.
Das ist entscheidend:
Aufstiegskompetenz und Führungskompetenz sind nicht dasselbe.
Jemand kann sehr gut darin sein,
und trotzdem schlecht darin sein, kompetente Mitarbeiter gut zu führen.
Das Risiko steigt, wenn das Unternehmen Führung vor allem anhand von Sichtbarkeit, Ergebnisdarstellung und Beziehungen nach oben bewertet.
Dann wird nicht zwingend die beste Führungskraft befördert.
Es wird möglicherweise die Person befördert, die am überzeugendsten wie eine Führungskraft wirkt.
Narzissmus bedeutet nicht einfach, dass jemand sich wirklich stabil, überlegen und großartig fühlt. Besonders die destruktive Seite narzisstischer Persönlichkeitszüge kann mit einer starken Abhängigkeit von Status, Anerkennung und Überlegenheit verbunden sein.
Die Forschung unterscheidet unter anderem zwischen zwei Dimensionen:
Narzisstische Bewunderung:
Charme, Selbstinszenierung, Streben nach Einzigartigkeit und der Wunsch, positiv hervorzustechen.
Narzisstische Rivalität:
Abwertung anderer, Konkurrenzdenken, Aggressivität und die Verteidigung der eigenen Überlegenheit.
Gerade narzisstische Rivalität ist für Unternehmen riskant. Eine Untersuchung von Gauglitz et al. über narzisstische Rivalität und missbräuchliche Führung fand in zwei Studien einen positiven Zusammenhang zwischen narzisstischer Rivalität von Führungskräften und „abusive supervision“, also feindseligem oder missbräuchlichem Führungsverhalten.
Umgangssprachlich könnte man sagen:
Das Ego wirkt groß, weil es ständig aufgeblasen und verteidigt werden muss.
Ein stabiles Selbstwertgefühl benötigt nicht permanent Unterordnung, Bewunderung oder Rechtbehalten.
Eine innerlich stabile Führungskraft kann sagen:
„Diese Mitarbeiterin erkennt das Problem schneller als ich.“
„Dieser Spezialist verfügt über mehr Fachwissen.“
„Meine Entscheidung war falsch.“
„Wir müssen den Einwand prüfen.“
Eine unsichere Führungskraft erlebt dieselben Aussagen möglicherweise als Statusverlust.
Damit verschiebt sich das Managementziel. Es geht nicht mehr primär darum, die beste Entscheidung für das Unternehmen zu treffen. Es geht darum, die persönliche Rangordnung zu stabilisieren.
Ab diesem Punkt werden gute und motivierte Mitarbeiter gefährlich – nicht für das Unternehmen, sondern für den Manager.
Für diese Frage ist die Studie von Nathanael Fast, Ethan Burris und Caroline Bartel besonders relevant.
Die Forscher untersuchten nicht pauschal „schwache Egos“, sondern geringe managerielle Selbstwirksamkeit. Gemeint sind Zweifel einer Führungskraft daran, die erhöhten Kompetenzanforderungen ihrer Rolle erfüllen zu können.
Die Studie „Managing to Stay in the Dark: Managerial Self-Efficacy, Ego Defensiveness, and the Aversion to Employee Voice“ zeigte:
Manager mit geringer Führungsselbstwirksamkeit holten seltener Meinungen und Informationen ihrer Mitarbeiter ein. In experimentellen Untersuchungen führte manipulierte Unsicherheit zu einer stärkeren Abwehr gegenüber Mitarbeiterstimmen. Ego-Abwehr erklärte einen Teil dieses Verhaltens.
Unsichere Manager können daher:
Die Mitarbeiterkompetenz konfrontiert sie mit der Unsicherheit, die sie in sich selbst tragen.
Das bedeutet nicht, dass alle Manager mit Selbstzweifeln destruktiv handeln. Selbstzweifel können auch zu Lernen, Bescheidenheit und sorgfältiger Führung führen.
Riskant wird die Kombination aus Unsicherheit, Macht und geringer Selbstreflexion.
Dann entsteht ein Mechanismus, der für CEOs kaum sichtbar ist:
Der Mitarbeiter erkennt ein Problem.
Die Führungskraft erlebt den Hinweis als Angriff.
Die sachliche Ebene wird verlassen.
Plötzlich geht es um Ton, Loyalität, Teamfähigkeit oder angeblich fehlende Abstimmung.
Das Problem wird nicht gelöst. Stattdessen wird der Mensch problematisiert, der es sichtbar gemacht hat.
Schlechte Führung zeigt sich selten in einem offenen Satz wie:
„Dieser Mitarbeiter ist mir zu kompetent.“
Die Umdeutung klingt professioneller:
| Tatsächliches Verhalten | Mögliche Umdeutung durch unsichere Führung |
|---|---|
| Erkennt Risiken frühzeitig | „Sie sieht immer nur Probleme.“ |
| Arbeitet eigenständig | „Er stimmt sich nicht ausreichend ab.“ |
| Widerspricht fachlich | „Sie ist nicht loyal.“ |
| Fordert klare Entscheidungen | „Er setzt die Führung unter Druck.“ |
| Übernimmt Verantwortung | „Sie will sich profilieren.“ |
| Benennt Fehler | „Er ist nicht lösungsorientiert.“ |
| Liefert schneller als andere | „Sie erzeugt Unruhe im Team.“ |
| Hinterfragt Prioritäten | „Er akzeptiert die Hierarchie nicht.“ |
| Verlangt Anerkennung | „Sie hat ein zu großes Ego.“ |
Damit entsteht ein besonders gefährliches Führungsparadox:
Unternehmen stellen Mitarbeiter ein, weil sie schnell Probleme erkennen, eigenständig Lösungen entwickeln und Ergebnisse liefern.
Nach der Einstellung werden genau diese Eigenschaften von unsicheren Managern unterdrückt.
Eigenständigkeit wird zur fehlenden Abstimmung.
Problemerkennung wird zur Negativität.
Klarheit wird zum falschen Ton.
Erfahrung wird zum Widerstand gegen Veränderung.
Sichtbare Kompetenz wird zum persönlichen Angriff.
Unternehmen rekrutieren Leistung – und bezahlen anschließend Manager dafür, diese Leistung zu zerstören und den langfristigen Unternehmenserfolg zu sabotieren.
Eine Führungsposition erzeugt nicht nur Verhalten. Sie verändert auch die Umwelt der Führungskraft.
Je höher jemand aufsteigt, desto weniger ungefiltertes Feedback erhält er häufig. Untergebene widersprechen vorsichtiger. Negative Informationen werden abgeschwächt. Fehler werden diplomatisch formuliert. Erfolge werden stärker der Führung zugeschrieben.
Dadurch kann eine ungünstige Schleife entstehen:
Forschung zeigt zudem, dass selbst grundsätzlich sinnvolles Empowerment von hochrangigen Führungskräften als Statusbedrohung erlebt werden kann.
Die Studie „Those with the Most Find It Hardest to Share“ untersuchte die Einführung teambasierter Verantwortung. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass Empowerment für statushohe Führungskräfte eine Bedrohung ihrer bisherigen Identität darstellen kann. Manche Führungskräfte hatten Schwierigkeiten, Aufgaben, Einfluss und Führungsverantwortung tatsächlich zu teilen.
Das ist für Unternehmen entscheidend.
Viele Organisationen führen offiziell agile Strukturen, Selbstorganisation und Empowerment ein. Gleichzeitig bleiben Status, Informationshoheit und Entscheidungsmacht an einzelnen Führungskräften hängen.
Auf dem Organigramm wird Verantwortung verteilt.
Psychologisch wird sie weiterhin kontrolliert.
Das größte Risiko schlechter Führung liegt nicht in einem einzelnen Streitgespräch. Es liegt in der kumulierenden Wirkung auf das gesamte System.
Wenn Mitarbeiter lernen, dass Einwände gefährlich sind, werden Risiken später oder gar nicht gemeldet. Entscheidungen beruhen zunehmend auf Informationen, die der Führungskraft gefallen.
Wer wiederholt für Problemerkennung, Eigenständigkeit oder Klarheit bestraft wird, passt sein Verhalten an. Mitarbeiter sichern sich ab, vermeiden Verantwortung und liefern nur noch das, was ausdrücklich verlangt wurde.
Kompetente Mitarbeiter können eine Zeit lang kompensieren. Dauerhaft bleiben sie selten in Strukturen, in denen ihre Erfahrung als Bedrohung behandelt wird.
Unsichere Manager umgeben sich möglicherweise mit Personen, die loyal, abhängig oder ungefährlich wirken. Dadurch entsteht eine negative Personalselektion.
Ein unsicherer Manager entscheidet irgendwann mit darüber, wer eingestellt, befördert und als talentiert bewertet wird. Er kann Kandidaten bevorzugen, die sein eigenes System stabilisieren.
Aus einer einzelnen Fehlbesetzung entsteht eine Fehlbesetzungskette.
Wie teuer diese Kaskade werden kann, zeigt auch der weiterführende Beitrag „Plötzlich Chef: Warum inkompetente Führungskräfte Unternehmen Geld kosten“.
Der gefährlichste Manager ist daher nicht zwingend derjenige, der offen versagt.
Es ist derjenige, der den Informationsfluss kontrolliert, seine Leistung überzeugend darstellt und gleichzeitig dafür sorgt, dass leistungsstärkere Mitarbeiter nicht mehr sichtbar werden.
CEOs sollten nicht nur auf offensichtliche Beschwerden oder schlechte Zahlen warten. Viele Schäden zeigen sich zunächst als Muster.
Mögliche Warnsignale sind:
Ein einzelnes Signal beweist noch keine schlechte Führung.
Entscheidend ist das wiederkehrende Muster:
Werden Probleme gelöst – oder werden regelmäßig die Personen beseitigt, die Probleme benennen?
Eine Führungskraft sollte nicht ausschließlich danach beurteilt werden, wie sie gegenüber Geschäftsführung, Vorstand oder Eigentümern auftritt.
Entscheidend ist ihre Wirkung nach unten:
Gesamtfluktuation verschleiert lokale Führungsprobleme. CEOs sollten Kündigungen, interne Versetzungen, Krankenstände und den Verlust von Leistungsträgern je Führungsbereich analysieren.
Direkte Gespräche zwischen höherem Management und Mitarbeitern dürfen nicht erst stattfinden, wenn ein Konflikt eskaliert. Sie müssen Teil der Governance sein.
Ein Unternehmen, das nur gute Nachrichten belohnt, produziert keine Stabilität. Es produziert Blindheit.
Nicht nur Umsatz, Projektabschluss oder politische Sichtbarkeit sollten über Karrieren entscheiden. Ebenso relevant sind Mitarbeiterentwicklung, Wissensaufbau, Fehlerkultur, Retention und Qualität der Entscheidungen.
Wenn unter einer Führungskraft auffällig viele Menschen als unmotiviert, schwierig oder ungeeignet gelten, sollte der CEO nicht automatisch von einer Reihe schwacher Mitarbeiter ausgehen.
Möglicherweise liegt das gemeinsame Problem eine Hierarchiestufe höher.
Schlechte Führungskräfte sind kein Randproblem der Personalabteilung. Sie sind ein strategisches, operatives und finanzielles Risiko.
Besonders gefährlich sind Manager, die Unsicherheit durch Dominanz kompensieren und ihre Position schützen, indem sie kompetente Mitarbeiter kontrollieren, entwerten oder aus dem System drängen.
Diese Führungskräfte fallen nicht zwingend durch eigene Unsicherheit auf.
Sie fallen durch die Unsicherheit auf, die sie um sich herum erzeugen.
Für CEOs lautet die entscheidende Frage deshalb nicht nur:
„Erreicht diese Führungskraft ihre Ziele?“
Die wichtigeren Fragen lauten:
„Welche Informationen erreichen mich nicht mehr?“
„Welche Leistungsträger sind bereits gegangen?“
„Wer profitiert davon, dass kritische Stimmen als schwierig gelten?“
„Und ist die scheinbare Stabilität dieses Bereichs vielleicht nur das Ergebnis von Angst und Anpassung?“
Unternehmen verlieren ihre besten Mitarbeiter nicht immer an den Wettbewerb.
Manchmal verlieren sie sie an Manager, die ihre Kompetenz nicht aushalten.
Das lässt sich wissenschaftlich nicht pauschal behaupten. Studien zeigen jedoch, dass Eigenschaften wie Extraversion, Dominanz, Selbstpräsentation und grandios-narzisstische Züge den Aufstieg in Führungsrollen erleichtern können. Diese Eigenschaften garantieren keine innere Stabilität und keine hohe Führungseffektivität.
Kompetente Mitarbeiter können die Führungskraft mit eigenen Wissenslücken oder Unsicherheiten konfrontieren. Bei geringer Führungsselbstwirksamkeit kann ein fachlicher Einwand deshalb als Bedrohung des eigenen Status wahrgenommen werden. Die Reaktion richtet sich dann gegen den Mitarbeiter statt gegen das Problem.
Nicht unbedingt an zurückhaltendem Auftreten. Warnsignale sind starke Reaktionen auf Widerspruch, die Abwertung kompetenter Mitarbeiter, Informationskontrolle, Schuldverschiebung, übermäßiges Rechtbehalten und die Bevorzugung unkritischer Personen.
Nein. Selbstbewusstsein kann für Führung sehr wertvoll sein. Entscheidend ist, ob die Person Kritik aufnehmen, Fehler eingestehen, Kompetenz anderer anerkennen und Verantwortung teilen kann. Stabiles Selbstbewusstsein muss andere nicht kleinhalten.
Weil CEOs meist die Seite der Führungskraft sehen, die nach oben gerichtet ist. Unsichere Manager können gegenüber Vorgesetzten souverän und loyal wirken, während sie nach unten Druck, Angst und Informationskontrolle erzeugen. Zudem erreichen Beschwerden die Unternehmensspitze häufig erst nach längerer Eskalation.
Ja. Kurzfristige Ergebnisse können durch Überlastung, Wissensentnahme und hohen Druck entstehen. Die Folgekosten – Fluktuation, Know-how-Verlust, schwächere Nachbesetzungen, Projektverzögerungen und sinkende Innovationsfähigkeit – werden oft erst später sichtbar.
Aufstiegskompetenz beschreibt die Fähigkeit, in einer Organisation sichtbar zu werden, Netzwerke aufzubauen, sich zu positionieren und Entscheider zu überzeugen. Führungskompetenz zeigt sich darin, ob eine Person andere Menschen wirksam macht, Informationen aufnimmt, Verantwortung trägt und nachhaltige Ergebnisse ermöglicht.
Nicht nur das Verhalten einzelner Mitarbeiter. Sie sollten untersuchen, ob Konflikte regelmäßig unter derselben Führungskraft entstehen, ob kritische Stimmen systematisch abgewertet werden und ob eine gemeinsame Ursache in Führungsverhalten, Machtstruktur oder Informationskontrolle liegt.
Autorin von Global Insight Group Intelligence:
Michaela Schaaf-Hoffelner verfügt über mehr als 35 Jahre Erfahrung im strategischen sowie technischen Projekt- und Produktmanagement – insbesondere in den Bereichen IT, Steuerungstechnik und Intralogistik. Durch ihre langjährige Arbeit an komplexen Systemen erkennt sie frühzeitig strukturelle Risiken und Brüche in der dynamischen Passung, die in klassischen Analysen oft übersehen werden.
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