Executive Intelligence. Industrial Risk. Geopolitics.
Strategic Sparring
for Decision-Makers
Risk intelligence across technology, law, markets and power dynamics.

Hand aufs Herz: Ich glaube, fast jeder von uns hatte schon einmal mit Kündigung oder Widerruf zu tun. Du buchst etwas, bist dir später unsicher – und fragst dich: Kann ich das noch rückgängig machen? Aber was ist eigentlich der Unterschied zwischen Kündigung und Widerruf im Onlinehandel? Und warum gibt es zwei verschiedene Konstrukte?
Klingt simpel, oder? In der Praxis wird’s dann aber spannend.
Weiterlesen: LinkedIn 2025 – Lohnt sich die Plattform noch für Unternehmer?
Ein Kunde von mir hatte bei einem Hostinganbieter eine Zusatzleistung gebucht – nichts Komplexes, nur eine Domainweiterleitung. Am nächsten Tag rief er mich an: „Ich habe es mir anders überlegt. Ich habe gleich online widerrufen, weil ich ja noch innerhalb der 14 Tage bin. Aber irgendwas stimmt da nicht.“
Wir loggten uns gemeinsam ins Kundenportal ein. Und was stand dort?
Der Kunde war verwirrt. „Moment – ist das jetzt eine Kündigung oder Widerruf? Und warum geht die Domain jetzt schon nicht mehr?“
An dieser Stelle merkte man: Hier prallen zwei Welten aufeinander – die juristische und die technische. Und genau da entstehen die Probleme.
Weiterlesen: Suchmaschinenoptimierung (SEO): WTF? Wenn Plugins die Reichweite beschränken!
Das System kommunizierte also nach außen etwas anderes, als es tatsächlich tat:
Hier wäre der technisch umgesetzte Widerruf im Fall eines Businesskunden eigentlich gar nicht korrekt – denn Businesskunden haben grundsätzlich kein gesetzliches Widerrufsrecht. Da aber jegliche Unterscheidung zwischen Privat- und Businesskunden fehlt und auch keine ausdrückliche Verzichtserklärung abgefragt wurde, bleibt unklar, wie der Vorgang rechtlich einzuordnen ist. Die Kommunikation vermittelte jedoch: „Alles ok, du hast den Dienst gekündigt und mit 2026 läuft dieser aus.“
Und genau hier beginnt die toxische Dynamik: Der Kunde vertraut auf die Info „Kündigung“, während ihm im Hintergrund die Leistung tatsächlich SOFORT entzogen wird. Ergebnis: Während der Kunde noch glaubt, seine Website sei technisch in Ordnung, haben er und seine Kunden plötzlich gar keinen Zugriff mehr darauf. Für ihn fühlt es sich an wie ein Schlag ins Gesicht.
💡 Meine Erkenntnis: Toxische Probleme gibt es nicht nur in zwischenmenschlichen Dynamiken. Es können auch technische Abläufe sein – überall dort, wo Intransparenz, Widersprüche und (unbewusste) Manipulation eingebaut sind.
👉 Frage an euch: Habt ihr schon erlebt, dass ein System „korrekt“ aussah – aber im Hintergrund destruktiv gewirkt hat?

Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von X. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf den Button unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Weitere Informationen